Neues Highlight am Echinger Musikzentrum

Ein Workshop Hashtag Oper im Rahmen des Projekts „Musik für Schüler“

S. Schmidtchen: Am 8. Juni war es endlich wieder so weit – mit einem Stab von vier Profimusikern und Musikerinnen sowie einem Opernsänger und zwei Sängerinnen bekam der Manfred-Bernt-Saal der Musikschule für eine Stunde so ein wenig das Flair eines Opernsaals. Entsprechend andächtig harrten die Schüler der 5. und 6. Ganztagsklassen mit Masken und in gebührendem Abstand der Dinge, die da kommen mögen. Aber auch die Musikschule mischte mit, denn Lukas Friedland, 6. Klasse Gymnasium, Gesangsschüler bei Katrin Masius und Mitglied des Jugendchors, sowie die Klavierlehrerin Edita Gelic waren mit von der Partie bei der altersgerechten Inszenierung von Mozarts Zauberflöte!
Eigentlich war das erste Jahr des Musikzentrums Eching ganz anders geplant, aber wir kennen die Gründe für zahlreiche Umdisponierungen. Nach dem Workschop „Klavierstimmung“ im Januar 2020 wurden alle weiteren Pläne auf Eis gelegt, die Schüler konnten sich nicht für Klavierstunden in der Musikschule anmelden, die beiden von der Musikschullehrerin Sachs geleiteten Chöre der 5. und 6. Klassen mussten sich mit Rhythmusübungen ohne Gesang begnügen. Selbstverständlich waren von diesem Stillstand alle Musikzentren betroffen, und so versuchte die Stiftung auch mit digitalen Mitteln kleine Lösungen zu schaffen. Eine davon ist die Video-Aufnahme „Morgen gibt`s ein Wiedersehn“ als Weihnachtsgruß, an dem auch Kinder der Mittelschule beteiligt waren. (https://internationalestiftung.de/aktuell-speziell) Überraschend direkt nach den Osterferien freuten sich alle über einen Neustart. Die Stiftung hatte das Musikzentrum Eching ausgewählt für die erste Präsentation des Bausteins Hashtag Oper nach dem langen Lockdown. Entsprechend motiviert und nach eigener Aussage fast ein wenig aufgeregt waren die Künstler, die normalerweise auf Opern- und Konzertbühnen stehen, teilweise auch schon in Münchner Häusern!


Von dieser Stimmung ließen sich die Jugendlichen mitnehmen in die für sie wohl eher fremde Welt der Oper. Musikdirektor Johannes Erkes führte in erzählendem Ton und unter Einbeziehung der Jungen und Mädchen in eine vereinfachte, auf einen Handlungsstrang reduzierte Fassung mit bühnengerechter Kostümierung durch die Oper. Gleich zu Beginn schlüpfte Lukas in die Rolle eines noch jungen Papageno und sang ganz allein die Arie „Zu Hilfe! Zu Hilfe!“, um danach im Duett mit dem Sänger G.A. Caselli die berühmte Arie „Der Vogel-fänger bin ich ja“ zu schmettern.
Höhepunkt war der Auftritt der in der Fach-welt als Mozartsängerin gehandelten Sopranistin Teresa Boning mit der anspruchsvollen Arie der Königin der Nacht „O zittre nicht“. Bei dem Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“, gesungen vom Koloratursopran Agnes Preis und Caselli, war das junge Publikum aufgefordert, ein steifes Nebeneinander der beiden Sänger aufzulösen in eine möglichst lebendige und ausdrucksvolle Inszenierung der Bewegungsabläufe. Nach einer Stunde und der Schlussarie des Zarastro zollten die mustergültigen 5. und 6.-Kläßler mit ihren Lehrkräften Waltraud Stölzl (5a) und Dany Stengl (6a) sowie die stellvertretende Rektorin Barbara Müller minutenlangen Beifall und das Gefühl eines beendeten Opernbesuchs breitete sich im Manfred-Bernt-Saal aus.
Am Ende dieses Projektjahres ist ein Abschlusskonzert als Kooperation von Stiftung und Musikschule geplant, an dem nach Möglichkeit mehrere Klassen der Mittelschule teilhaben sollen. Wir hoffen, das Bürgerhaus zu diesem Zweck gewinnen zu können.

Artikel zum Event in der Echinger Online Zeitung

Artikel zum Event in der Süddeutschen Zeitung